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Sous-vide Hundefutter zubereiten

  • 1. Februar 2026
  • Birthe Thompson

Warum ich nicht mehr am Herd stehe

Es gibt Dinge, die sind bei mir nicht verhandelbar. Dante bekommt kein industriell hergestelltes Hundefutter als Alltagsernährung. Nicht, weil ich „gegen alles“ bin, sondern weil ich über viele Jahre gelernt habe, wie sehr Ernährung die Gesundheit beeinflussen kann. Und weil ich Verantwortung übernehmen möchte für das, was in seinem Napf landet.

Notfall-Plan statt Futterkonzept

Trotzdem bin ich pragmatisch. Für den absoluten Notfall stehen bei mir Dosen parat. Nicht als Futterkonzept, sondern als Sicherheitsnetz. Falls ich von jetzt auf gleich ins Krankenhaus müsste oder irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, soll jeder, der nicht in Dantes Fütterung eingearbeitet ist, ihn unkompliziert versorgen können. Das beruhigt mich. Und es ist fair dem Hund gegenüber.

Im Alltag frisch zubereitet

Im Alltag sieht es aber ganz anders aus. Dante bekommt bei mir frisch zubereitetes Futter.

BARF war nicht der richtige Weg für Dante

Ich habe jahrelang gebarft. Für viele Hunde funktioniert das wunderbar. Aber Hunde sind verschieden, und Dante ist ein sehr sensibles Kerlchen. Er verträgt BARF nicht so gut. Nicht dramatisch, aber deutlich genug, dass ich irgendwann gemerkt habe: Das ist nicht der Weg, der ihm wirklich guttut.

Kontrolle und Vertrauen: Warum ich selbst entscheiden möchte

Dazu kommt ein Punkt, über den ich immer öfter nachdenke: Ich weiß nicht, wie genau Fleisch in Produktionsstätten verarbeitet wird. Ich kann nicht in jede Kühlung schauen, ich kenne nicht jede hygienische Kette, ich sehe nicht, wie lange etwas wirklich wo lag. Das muss nicht heißen, dass alles schlecht ist. Aber es heißt: Ich möchte so arbeiten, dass ich möglichst viel selbst in der Hand habe.

Kochen als System – nicht als tägliche Belastung

Deshalb habe ich angefangen, für meine Hunde zu kochen. Nicht nur für Dante, auch schon für die anderen. Denn wenn man mehrere Hunde versorgt, ist es oft einfacher, ein System zu schaffen, das für alle funktioniert, statt für jeden Hund einen völlig eigenen Weg zu gehen. Und ich wollte vor allem eines: Stabilität im Napf.

Rhodesian Ridgeback (red wheaten) sitzt in der Küche neben Sous-vide-Gerät und vakuumiertem Hundefutter; auf dem Tisch stehen ein Napf mit Gemüse-Fleisch-Mix und ein vakuumierter Beutel mit gegartem Fleisch.

Einzelhund-Alltag: weniger Masse, mehr Freiheit

Heute ist es anders. Dante lebt nun allein bei uns, ist also ein Einzelhund und damit hat sich auch meine Futtervorbereitung verändert. Ich muss nicht mehr „in Massen“ planen. Ich darf feiner arbeiten, „egoistischer“, individueller.

Sous-vide: die Methode, die mich wirklich entlastet hat

Und genau in dieser Phase habe ich eine Methode für mich gefunden, die mein Leben in der Küche wirklich erleichtert hat: Sous-vide.

Sous-vide hat mir genau das ermöglicht.

H2: Wie sich meine Futtervorbereitung verändert hat, seit Dante allein bei uns ist

Wenn man mehrere Hunde versorgt, ist Futtervorbereitung oft ein Massenprojekt. Große Chargen, viel Planung, viel Koordination. Und meistens auch mehr Kompromisse.

Heute ist es bei mir anders. Ich habe nur noch Dante.

Das bedeutet nicht nur weniger Menge. Es bedeutet vor allem:

mehr Ruhe
mehr Präzision
weniger Kompromisse
und eine ganz andere Art von Küchenroutine

Ich kann heute viel stärker so arbeiten, dass es wirklich zu meinem Hund passt, und nicht zu einem System, das „irgendwie für alle funktionieren muss“.

Warum bestimmte Proteinquellen bei uns eine Hauptrolle spielen

Mein Hund verträgt nicht jede Proteinquelle. Er ist nicht wählerisch, aber er ist ein kleiner Allergiker und insgesamt sehr futtersensibel.

Bei uns funktionieren bestimmte Fleischsorten sehr zuverlässig – und ich bin dankbar, dass wir überhaupt mehrere Optionen haben. Bei Dante sind das vor allem: Ziege, Kaninchen, Wildhase

Und ja: Ziege war in der Küche lange meine persönliche Königsdisziplin.

Warum Ziege in der Küche oft schwierig ist

Denn wenn man Ziege klassisch kocht, gibt es zwei typische Herausforderungen:

Der Geruch: Ziege kann beim Kochen sehr intensiv riechen
Die Konsistenz: Zu lange gekocht wird sie schnell zäh und trocken

Und genau hier hat Sous-vide bei mir seinen großen Auftritt

Und genau hier hat Sous-vide bei mir seinen großen Auftritt.

Sous-vide: Kochen ohne Kochtopf (und ohne Küchenstress)

Ein Sous-vide-Stick ist an einer transparenten Wanne befestigt, die mit Wasser gefüllt ist. In der Wanne befindet sich ein Metallgitter/Beutelhalter. Das Bild wirkt wie „Vorbereitung/Startklar“ und zeigt sehr gut: kein Topf, kein Herd, kein Chaos, sondern ein sauberes System.

Sous-vide bedeutet: Das Fleisch wird vakuumiert und in einem Wasserbad bei konstanter Temperatur gegart. Was das im Alltag verändert? Sehr viel.

Denn ich muss nicht mehr:

  • am Herd stehen
  • umrühren
  • aufpassen, dass nichts überkocht
  • oder die Küche lüften, weil alles nach Fleisch riecht

Stattdessen läuft das Garen bei mir einfach nebenbei.

Montage: Sous-vide Gerät im Wasserbad, Temperatureinstellung 67 °C und Zeitablauf während des Garens.

H3: Sous-vide läuft nebenbei – und ich habe den Kopf frei

Ich setze das Fleisch an, und während es gart, kann ich:

arbeiten (auch in Calls)
eine Hunderunde gehen
nebenbei portionieren
oder andere Dinge erledigen

Sous-vide ist für mich nicht „Kochen“, sondern eher ein System, das still im Hintergrund arbeitet.

Warum Sous-vide so viel angenehmer ist (Geruch, Konsistenz, weniger Chaos)

Der Geruch bleibt im Beutel

Das ist wirklich ein Gamechanger. Das Fleisch ist im vakuumierten Beutel. Der Geruch bleibt im Beutel. Die Küche bleibt Küche.

Das Fleisch wird gleichmäßig gegart

Sous-vide arbeitet mit stabiler Temperatur. Es gibt kein „zu heiß, zu lange, zu trocken“. Keine Überraschungen.

Weniger Garverlust

Beim klassischen Kochen geht viel in den Topf: Fleischsaft, Aroma, gelöste Bestandteile

Beim Sous-vide bleibt alles im Beutel. Und genau das liebe ich an dieser Methode.

Warum Sous-vide auch bei den Mikronährstoffen Sinn macht (B-Vitamine & Co.)

Was viele unterschätzen: Beim Kochen geht nicht nur „Wasser“ verloren. Es gehen auch Nährstoffe verloren, vor allem solche, die wasserlöslich sind. Und dazu gehören besonders die B-Vitamine.

Beim klassischen Kochen passiert oft Folgendes:

– Fleisch wird gekocht
– Vitamine und gelöste Bestandteile gehen in die Kochflüssigkeit über
– diese Flüssigkeit wird anschließend weggeschüttet

Beim Sous-vide passiert das Gegenteil:

– alles bleibt im Beutel
– auch der Fleischsaft
– und damit auch ein Teil der gelösten Mikronährstoffe

Gerade bei Ziege ist das spannend, weil Ziegenfleisch ein sehr interessantes B-Vitamin- und Mineralstoffprofil hat. Ziegenfleisch liefert unter anderem Vitamin B2, B3 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Eisen und Zink.

Nebeninfo: Was steckt in Ziegenfleisch? (Beispielwerte pro 100 g gegart)

Ziegenfleisch ist nicht nur Protein, es ist auch Mikronährstoff-tragend. Aus standardisierten Nährwertdaten lassen sich unter anderem folgende Werte ableiten:

Protein: ca. 27 g
Vitamin B2 (Riboflavin): ca. 0,61 mg
Vitamin B3 (Niacin): ca. 3,95 mg
Vitamin B12: ca. 1,19 µg
Eisen: ca. 3,7 mg
Zink: ca. 5,3 mg

Diese Nährwertdaten basieren auf USDA-orientierten Analysen und Nährwertdatenbanken.

Warum das wichtig ist:
B-Vitamine sind zentrale „Stoffwechselhelfer“. Sie unterstützen u. a. die Energiegewinnung aus Nahrung, Nervenfunktionen und Blutbildung. Und wenn sie beim Kochen ins Wasser übergehen und dieses Wasser nicht mitverfüttert wird, kommt im Napf weniger davon an.

Sous-vide hilft dabei, diese Verluste zu minimieren, weil der Fleischsaft nicht „weggekocht“ wird, sondern im Beutel bleibt und später mit in die Ration wandert.

Sous-vide und Hygiene: Warum 65–70 °C nicht „zu niedrig“ sind

Wenn man das erste Mal hört, dass Fleisch bei 65 oder 67 Grad gegart wird, kommt oft automatisch die Frage:

Reicht das überhaupt aus, um Keime abzutöten?

Ich finde diese Frage absolut berechtigt. Gerade dann, wenn man wie ich sehr bewusst füttert und nicht einfach irgendetwas behaupten möchte. Der entscheidende Punkt ist:

Beim Thema Lebensmittelsicherheit zählt nicht nur eine Zahl, sondern die Kombination aus Temperatur und Zeit. Viele krankmachende Keime werden nicht erst dann unschädlich, wenn etwas sprudelnd kocht. Sie werden bereits bei niedrigeren Temperaturen geschädigt oder inaktiviert, wenn die Hitze lange genug einwirkt.

Offizielle Hygienerichtlinien formulieren das so, dass „die meisten Keime“ durch Erhitzen abgetötet werden können, und empfehlen in der Praxis häufig, Speisen so zu erhitzen, dass im Inneren mindestens 70 °C erreicht werden. Das ist eine sehr konservative Empfehlung, die besonders im Alltag eine hohe Sicherheit bietet.

Gleichzeitig gibt es auch amtliche Hinweise, dass bereits Temperaturen ab etwa 65 °C im Rahmen von Erhitzen und Warmhalten eine relevante Keimreduktion ermöglichen, insbesondere wenn diese Temperatur über eine gewisse Zeit gehalten wird.

Und internationale Lebensmittelsicherheitsstellen arbeiten ebenfalls mit Temperatur-Zeit-Logik: Beispielsweise werden für bestimmte Fleischarten Kerntemperaturen im Bereich um 63 °C als sicher angesehen, wenn zusätzlich eine Ruhezeit eingehalten wird.

Sous-vide nutzt genau dieses Prinzip: Nicht „maximal heiß“, sondern kontrolliert warm über ausreichend Zeit.

Wichtig ist dabei: Sous-vide ist keine Sterilisation, sondern eine Form der Pasteurisierung. Es geht also nicht darum, alles vollständig keimfrei zu machen, sondern das Risiko so weit zu senken, dass das Lebensmittel hygienisch sicher wird, sofern man sauber arbeitet.

Der Sous-vide Ablauf in meiner Praxis 

Fotostrecke: Fleisch für Hundefutter wird umgepackt, vakuumiert und für Sous-vide im Wasserbad vorbereitet.

Schritt 1: 1 kg Barffleisch gefroren umpacken und vakuumieren

Ich arbeite in der Praxis oft mit einem klassischen 1-kg-Block Barffleisch. Diese Packungen sind zwar meist schon vakuumiert, aber ich weiß nicht immer, ob das Material wirklich fürs Sous-vide-Garen geeignet ist. Deshalb mache ich es so:

Ich nehme den gefrorenen Fleischblock direkt aus der Originalverpackung, so wie er kommt. Ich taue ihn nicht an oder auf, ich wasche ihn nicht ab und ich bearbeite ihn nicht weiter.

Ich packe ihn im gefrorenen Zustand einfach in einen Sous-vide-geeigneten Vakuumbeutel um und vakuumiere ihn sofort wieder.

Das hat für mich mehrere Vorteile:

– es ist deutlich sauberer, weil gefrorenes Fleisch kaum Tropfsaft bildet
– ich habe weniger Küchenchaos und weniger „Fleischfilm“ auf Arbeitsflächen
– halte die Beutelqualität unter Kontrolle
– und das Fleisch gart später im Wasserbad gleichmäßig und zuverlässig

Wichtig ist mir dabei, dass das Fleisch möglichst flach im Beutel liegt, denn flach vakuumiert gart es gleichmäßiger und lässt sich später leichter weiterverarbeiten.

So dauert die ganze Vorbereitung nur wenige Minuten, und der Rest läuft später im Wasserbad ganz entspannt nebenbei.

Schritt 2: Garzeit bewusst wählen – gefroren dauert länger (passt aber perfekt in meinen Alltag)

Wenn ich Fleisch aufgetaut vakuumiere, dann ist es natürlich schneller fertig. Ein 1-kg-Beutel braucht dann je nach Dicke oft nur ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden, bis alles zuverlässig gegart ist.

Ich arbeite aber in der Praxis meistens anders und nehme den Block gefroren aus dem Gefrierschrank, packe ihn um und lege ihn direkt ins Wasserbad. Und ja: Das bedeutet, dass die Garzeit länger wird.

Wenn das Fleisch gefroren ins Wasserbad kommt, braucht es nicht nur Zeit zum Garen, sondern auch Zeit zum Auftauen im Beutel. Deshalb plane ich dann ungefähr fünf Stunden ein.

Das muss man einmal für sich entscheiden: Muss ich schneller fertig sein, dann taue ich vorher auf. Möchte ich es maximal unkompliziert, dann gehe ich gefroren ins Wasserbad und gebe dem Ganzen einfach mehr Zeit. Für mich ist das überhaupt kein Problem, weil Sous-vide ja genau dafür gemacht ist: Es läuft nebenbei.

Wenn Muskelfleisch allein nicht reicht: Warum ich Fett separat ergänze

Wenn man Hundefutter selbst zubereitet, merkt man irgendwann etwas sehr Praktisches: Muskelfleisch ist nicht automatisch „die perfekte Basis“.

Gerade bei sehr mageren Fleischsorten kann es passieren, dass das Rohfett in der Ration zu niedrig ist. Das ist nicht nur eine Frage von „Kalorien“, sondern auch eine Frage von Energieversorgung, Sättigung und einer insgesamt stabilen Verdauung. Deshalb mache ich es so:

Wenn ich sehe, dass das Fleisch zu mager ist, kaufe ich von derselben Proteinquelle auch das passende Fett dazu (z. B. Ziegenfett, Kaninchenfett …).

Wichtig ist dabei:

– Dieses Fett gare ich nicht sous-vide mit.
– Ich füge es separat zur fertigen Ration hinzu.

So kann ich die Ration sehr präzise steuern, ohne die Vorteile des Sous-vide-Garens zu verlieren.

Gewolftes Fleisch: Viele denken „geht nicht“ – sous-vide macht es richtig einfach

Gewolftes Fleisch ist für viele Hundehalter*innen eine echte Herausforderung. Oft höre ich Sätze wie: „Das ist doch gewolft, das kann ich gar nicht richtig kochen.“ Oder: „Das zerfällt mir, das wird trocken, das wird irgendwie komisch.“

Und ja: Wenn man gewolftes Fleisch klassisch im Topf kocht, passiert genau das oft. Es verliert Struktur, es wird ungleichmäßig, und am Ende hat man nicht selten eine Mischung aus trockenem Fleischanteil plus Kochwasser. Sous-vide macht das komplett anders. Denn gewolftes Fleisch lässt sich sous-vide hervorragend garen, gerade weil es so gut formbar ist:

– man kann es sauber portionieren
– flach in den Beutel geben
– wieder vakuumieren
– und es gart dann ganz ruhig und gleichmäßig im eigenen Saft

Auch das Fett, das beim Garen austritt, bleibt nicht irgendwo im Topf zurück, sondern bleibt im Beutel.

Wenn das Fleisch fertig gegart ist, kühle ich den Beutel geschlossen ab und danach kommt ein kleiner Trick, der in der Praxis Gold wert ist:

Ich drücke den Beutel nochmal richtig schön durch, knete das Ganze vorsichtig, sodass der Fleischsaft wieder gleichmäßig ins Fleisch zurückwandert. Das ist eine richtig gute, saftige Konsistenz.

Kleiner Hygienepunkt, der wirklich wichtig ist

Gewolftes Fleisch hat durch die Zerkleinerung eine größere Oberfläche als ein kompakter Muskelblock. Und mehr Oberfläche bedeutet: Es ist mikrobiologisch etwas empfindlicher. Das ist kein Grund, es nicht zu verwenden – im Gegenteil. Aber es ist ein Grund, bei drei Punkten konsequent zu sein:

– sauberes Arbeiten beim Portionieren und Vakuumieren
– ausreichende Garzeit (lieber sicher als knapp)
– und danach schnelles Abkühlen, so wie im Abkühlabschnitt beschrieben

Innereien im Sous-vide: ja, aber bitte separat

Wer Innereien zufüttern möchte, hat zwei Möglichkeiten:

  1. Innereien am Stück kaufen und selbst portionieren
  2. oder einen fertigen Innereienmix bestellen (wenn man sich das Schneiden sparen möchte)

Wichtig ist dabei:

Innereien sollten nicht zusammen mit Muskelfleisch in denselben Sous-vide-Beutel. Nicht, weil es „verboten“ wäre, sondern weil Innereien anders garen, anders riechen und oft kürzere Garzeiten brauchen.

Ich mache es deshalb so:

– Muskelfleisch in Beutel A
– Innereienmix in Beutel B
– beides darf ins Wasserbad, aber ich behalte die Uhr im Blick und nehme die Innereien früher heraus

Und auch hier gilt: Nach dem Garen sofort runterkühlen.

Wenn ich Fleisch auftauen würde: so geht es hygienisch sauber

Wenn ich Fleisch für die Weiterverarbeitung auftauen möchte, dann am liebsten so, wie ich es gelernt habe und wie es hygienisch wirklich Sinn macht:

Ich nehme das Fleisch aus der Verpackung und lege es in ein Sieb. Unter das Sieb stelle ich eine Schüssel, damit der Tropfsaft sauber aufgefangen wird.

Dann stelle ich das Ganze in den Kühlschrank, idealerweise ganz nach unten.

Schritt 3: Die Abkühlphase ist der wichtigste Hygieneschritt

Viele denken: „Wenn das Fleisch fertig gegart ist, ist alles erledigt.“ In Wirklichkeit beginnt jetzt der Teil, der am häufigsten unterschätzt wird: das Abkühlen. Wenn Fleisch langsam abkühlt, bleibt es zu lange in einem Temperaturbereich, in dem sich Keime besonders gut vermehren können.

Darum ist mein Grundsatz:

Nicht langsam auskühlen lassen, sondern zügig runterkühlen.

Fotomontage: Eisbad vorbereiten, Eiswasser einfüllen und vakuumierten Fleischbeutel im Eisbad schnell abkühlen.

Mein Abkühl-Trick: Eis unten, Gemüsebeutel oben

Wenn das Fleisch fertig gegart ist, kommt für mich der wichtigste Teil: das schnelle Abkühlen. Denn egal, wie gut gegart wurde: Wenn das Fleisch danach zu lange warm herumsteht, ist das hygienisch ungünstig. Wärme ist genau der Bereich, in dem sich Keime besonders schnell vermehren können, wenn man das Abkühlen schleifen lässt. Deshalb ist schnelles Runterkühlen nach dem Garen nicht „optional“, sondern ein zentraler Hygieneschritt.

Schritt 1: Beutel geschlossen lassen

Ich nehme den Beutel aus dem Sous-vide-Garer und lasse ihn geschlossen.

Schritt 2: Tropfen vermeiden

Ich lasse ihn kurz abtropfen und lege ihn auf ein Handtuch oder in eine Schüssel.

Schritt 3: Sofort in Eis / Kühlakkus

Dann kommt der Beutel in eine Box:

– unten Eiswürfel/Eiswasser oder Kühlakkus
– oben ebenfalls Eis/Kühlakkus
K- älte von unten + Kälte von oben.

Mein persönlicher Trick: Gemüseportionen als Kühlakku

 

Vakuumierte Gemüseportionen in Box als Kühlakku zum schnellen Abkühlen von Sous-vide Fleisch für Hundefutter.
Gemüseportionen als Kühlakku: schnell runterkühlen – und das Gemüse ist für die nächsten Mahlzeiten direkt bereit.

Ich bereite regelmäßig Gemüseportionen vor, portioniere sie und friere sie ein. Wenn ich Sous-vide-Fleisch rausnehme (bei mir meist 1 kg für zwei Tage), hole ich gleichzeitig die Gemüseportionen für zwei Tage aus dem Tiefkühler und lege sie oben auf den Fleischbeutel. So habe ich unten die Eiswürfel und oben die gefrorenen Gemüseportionen. So kühle ich schnell ab und habe gleichzeitig schon die Gemüseportionen bereit.

Beutelinhalt komplett nutzen: Warum der Fleischsaft bei mir immer mit in die Schüssel kommt

Ich kippe den Beutel nicht aus und lasse nichts abtropfen. Ich nutze den kompletten Inhalt: Fleisch, Fleischsaft, alles, was beim Garen ausgetreten ist

Warum Sous-vide so gut in einen modernen Hundealltag passt

Sous-vide verbindet für mich:

– planbar
– sauber
– alltagstauglich
– und stressfreie sowie saubere Küche

Mein Fazit

Früher war Futterkochen für mich oft mit Aufwand verbunden: Geruch, Dampf, Herd im Blick behalten und danach diese typische Küchenrealität: schwere, fettige Kochtöpfe, die man schrubben muss, Spritzer auf der Arbeitsfläche, Tropfsaft am falschen Ort und am Ende das Gefühl, man müsse eigentlich die halbe Küche desinfizieren, um wieder ein gutes Gefühl zu haben, von der Tatsache mal abgesehen, dass dann wieder das Wiegen und Portionieren losgeht.

Heute ist Sous-vide für mich ein echter Wendepunkt.

Nicht nur, weil Ziege dadurch angenehmer wird und ich keinen Geruch mehr habe, sondern weil ich damit alle Proteinquellen, die Dante verträgt, zuverlässig und sauber zubereiten kann: Ziege, Kaninchen und Wildhase. Ohne Kochtopf, ohne Stress, ohne das Gefühl, am Herd festzukleben.

Sous-vide ist für mich keine Spielerei, sondern eine Riesenentlastung im Alltag.

Ich kann das Fleisch ansetzen, während ich arbeite oder unterwegs bin. Ich kann über die App steuern, wann es läuft. Ich habe weniger Küchenchaos, weniger Tropfsaft, weniger Geruch und gleichzeitig bleibt der Fleischsaft im Beutel, sodass ich ihn später vollständig mitverarbeiten kann.

Und genau das ist für mich der entscheidende Punkt:

– Gesunde Fütterung muss nicht kompliziert sein.
– Sie darf alltagstauglich werden.
– Sie darf sauber werden.
– Und sie darf sich so anfühlen, dass man sie gern macht.

Birthe Thompson

Birthe Thompson ist Tierpsychologin, Journalistin, Autorin, Coach und Bloggerin. Jahrelang Mehrhundehalterin, lebt sie heute mit ihrem Mann und derzeit zwei Rüden der Rasse Rhodesian Ridgeback im Norden Deutschlands. Über viele Jahre hat sie sich im aktiven Tierschutz verdient gemacht. Selbst war sie immer wieder Pflegestelle für Tierschutzhunde. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, Hunde einzuschätzen, um Vermittlungsprofile zu erstellen. Birthe Thompson ist Ansprechpartnerin für viele Bereiche zum Thema Hund. Gerade auch, wenn es um Tierschutz geht, brilliert sie durch ihre kompetente Vorgehensweise und ihr Wissen.

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