Große Klette für Hunde als nächster Schritt nach Fenchel
Im letzten Artikel ging es um Fenchel für Hunde und seine Rolle bei Gasbildung, Darmbewegung und funktionellen Verdauungsbeschwerden. Die Große Klette für Hunde führt uns nun in eine andere Wirkrichtung.
Sie wirkt weniger auf die Darmbewegung. Sie richtet ihren Tropismus, also ihre organbezogene Wirkungstendenz, vor allem auf Haut, Leber und Stoffwechsel.
Während Fenchel akute funktionelle Prozesse reguliert, begleitet die Große Klette für Hunde eher chronische, also länger bestehende Belastungen.
Was ist die Große Klette botanisch gesehen
Die Große Klette trägt den botanischen Namen Arctium lappa. Verwendet wird vor allem die Wurzel.
Sie enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die nicht direkt der Energiegewinnung dienen, aber im Organismus regulierend wirken können.
Wichtige Bestandteile sind:
• Inulin
• Bitterstoffe
• Polyphenole
• Gerbstoffe
• Schleimstoffe
Inulin ist ein präbiotischer Ballaststoff. Präbiotisch bedeutet, dass er nützlichen Darmbakterien als Nahrungsgrundlage dient. So kann die Große Klette für Hunde indirekt das Mikrobiom beeinflussen.
Das Mikrobiom beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm. Es spielt eine zentrale Rolle für Immunregulation, Nährstoffverwertung und Schleimhautintegrität.
Große Klette für Hunde und ihr Tropismus
Haut und Hautstoffwechsel
Die Große Klette für Hunde wird traditionell bei chronischen Hautthemen eingesetzt. Dazu zählen:
• wiederkehrender Juckreiz
• schuppige Haut
• seborrhoische Veränderungen, also übermäßige Talgproduktion
• langsam abheilende Hautirritationen
Ihr Tropismus zeigt sich hier deutlich. Die Pflanze unterstützt Prozesse, die mit Ausleitung und Stoffwechselregulation verbunden sind.
Sie wirkt entzündungsmodulierend. Das bedeutet, sie kann Entzündungsreaktionen im Körper regulierend beeinflussen. Sie unterdrückt sie nicht pauschal, sondern wirkt ausgleichend.
Zudem wirkt sie antioxidativ. Antioxidativ bedeutet, dass sie freie Radikale abfangen kann. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellen schädigen können.
Außerdem zeigt die „Große Klette“ antimikrobielle Eigenschaften. Antimikrobiell bedeutet, dass sie das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen kann. Das betrifft vor allem Bakterien auf der Hautoberfläche.
Die Große Klette für Hunde ersetzt keine dermatologische Abklärung. Bei starkem Juckreiz, nässenden Ekzemen oder Verdacht auf Parasiten gehört Ihr Hund immer zuerst in tierärztliche Hände.
Große Klette für Hunde und Leberstoffwechsel
Unterstützung bei chronischer Stoffwechselbelastung
Die Leber ist das zentrale Entgiftungsorgan. Entgiftung bedeutet hier nicht, dass Gifte verschwinden. Es bedeutet, dass die Leber Stoffe chemisch so verändert, dass sie ausgeschieden werden können.
Die Große Klette für Hunde enthält Bitterstoffe. Bitterstoffe regen reflektorisch die Produktion von Verdauungssäften an. Gleichzeitig können sie die Leberfunktion anregen.
Bei chronischen Belastungen wie:
• wiederkehrenden Hautproblemen
• Futterunverträglichkeiten
• langanhaltenden Dysbiosen
kann eine leberunterstützende Begleitung sinnvoll sein.
Dysbiose beschreibt ein Ungleichgewicht der Darmflora. Dieses Ungleichgewicht kann Entzündungsprozesse fördern und die Schleimhaut durchlässiger machen.
Die Schleimhaut ist die schützende Innenauskleidung des Darms. Sie entscheidet, welche Stoffe ins Blut gelangen. Wird sie instabil, können vermehrt unerwünschte Stoffe passieren.
Hier setzt die Große Klette für Hunde indirekt an. Über Inulin kann sie nützliche Darmbakterien fördern. Über Bitterstoffe kann sie Verdauungs- und Leberprozesse unterstützen.
Akute versus chronische Anwendung
Die Große Klette für Hunde eignet sich nicht primär für akute Notfälle.
Bei akuten Durchfällen, starkem Erbrechen oder plötzlichen Hautreaktionen ist eine schnelle tierärztliche Diagnostik notwendig.
Die Pflanze entfaltet ihre Stärke bei chronischen Prozessen. Chronisch bedeutet, dass Beschwerden über Wochen oder Monate bestehen.
Hier ist Geduld entscheidend. Pflanzliche Regulation benötigt Zeit. Eine Anwendungsdauer von mehreren Wochen ist üblich, sofern Ihr Hund die Pflanze gut verträgt.
Anwendung der Großen Klette für Hunde
Darreichungsformen
Möglich sind:
• getrocknete, geschnittene Wurzel
• Pulver
• standardisierte Extrakte
Ein Aufguss aus der Wurzel sollte klar gefiltert sein. Pflanzenreste sollten nicht im Napf verbleiben.
Die Dosierung sollte immer einschleichend erfolgen. Das bedeutet, Sie beginnen mit einer niedrigen Menge und steigern langsam.
Bei empfindlichen Hunden kann es zu weicherem Kot kommen. Das hängt mit dem Inulingehalt zusammen. In solchen Fällen reduzieren Sie die Menge.
Für Hunde mit bestehenden Lebererkrankungen oder unter Medikamentengabe sollte die Anwendung vorab tierärztlich abgestimmt werden.
Eine gute Übersicht zur Phytotherapie beim Tier bietet die Gesellschaft für Phytotherapie
Grenzen der Großen Klette für Hunde
Die Große Klette für Hunde ist kein Ersatz für:
• Antibiotikatherapie bei bakteriellen Infektionen
• Kortikosteroide bei schweren allergischen Reaktionen
• spezifische Lebermedikation bei diagnostizierter Hepatopathie
Sie ist eine begleitende Maßnahme und kann die Regulation unterstützen. Die große Klette kann jedoch keine strukturellen Schäden reparieren.
Gerade bei chronischen Hautproblemen ist eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend. Dazu gehören Ernährung, Mikrobiom, Stressregulation und gegebenenfalls Allergiediagnostik.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen können
Die Große Klette für Hunde wirkt vor allem auf Haut, Leber und Stoffwechsel.
- Sie entfaltet ihre Stärke bei chronischen Belastungen, nicht bei akuten Notfällen.
- Ihre Wirkung ist antioxidativ, entzündungsmodulierend und leicht antimikrobiell.
- Über Inulin kann sie das Mikrobiom unterstützen und damit indirekt auch die Schleimhaut stabilisieren.
- Geduld und eine vorsichtige Dosierung sind entscheidend.
- Die Große Klette für Hunde ist eine regulierende Begleiterin. Sie ersetzt keine tierärztliche Therapie.


