Wissen-Hund.de
  • Erziehung
  • Ernährung
    • B.A.R.F.
      • Pony & Mudder
    • Futternapf
    • Kongrezepte
  • Gesundheit
  • Hunde im Job
  • Recht
  • Urlaub mit Hund
  • Outdoor
  • Newsletter
  • Hundebücher
    • Frauchens Glücks – Journal
Wissen-Hund.de
Wissen-Hund.de
  • Erziehung
  • Ernährung
    • B.A.R.F.
      • Pony & Mudder
    • Futternapf
    • Kongrezepte
  • Gesundheit
  • Hunde im Job
  • Recht
  • Urlaub mit Hund
  • Outdoor
  • Newsletter
  • Hundebücher
    • Frauchens Glücks – Journal
  • Featured
  • Gesundheit

Das Flüstern des Körpers lesen

  • 11. Januar 2026
  • Birthe Thompson
Greyhound im Wintermantel im verschneiten Wald.

Wenn wir über das Verhalten unserer Hunde sprechen, landen wir oft schnell bei Begriffen wie Erziehung, Charakter oder Impulskontrolle. Doch wenn wir ehrlich sind, ist das, was wir im Außen sehen, oft nur die Endstation einer langen internen Leitung. Der Körper eines Hundes arbeitet nicht nach Ratgeberlogik. Er wartet nicht, bis etwas kaputt ist. Er reagiert früh, leise und funktionell. Muskeln spannen an, Gelenke werden geschont und Bewegungen werden angepasst, noch bevor Schmerz eindeutig spürbar wird. Das ist kein Defekt, sondern eine hochintelligente Form der Regulation. Um dieses Flüstern zu verstehen, müssen wir lernen, die Biomechanik und die Biologie hinter der Fassade zu lesen.

Die Statik der unauffälligen Schonung

Ein gesunder Hund steht in einer Balance, die wir oft als selbstverständlich hinnehmen. Doch sobald ein Bereich im Körper Belastung erfährt, beginnt das System sofort mit der Kompensation. Das Nervensystem ist darauf programmiert, Schmerz zu vermeiden, noch bevor wir eine Lahmheit sehen können. Es gibt Hunde, die lahmen nicht, sie schreien nicht auf und zeigen keines dieser eindeutigen Zeichen, bei denen man sofort weiß, dass etwas nicht stimmt. Und trotzdem bewegen sie sich anders.

Vielleicht liegt Ihr Hund plötzlich lieber eingerollt, vielleicht streckt er sich seltener oder steht etwas vorsichtiger auf. Nichts davon wirkt dramatisch, und genau deshalb wird es oft nicht als Symptom erkannt, sondern als Stimmung oder Phase abgetan. Doch hinter den Kulissen verschiebt sich die Statik. Ein Aufwölben im Lendenwirbelbereich ist oft eine aktive Schutzspannung, um betroffene Segmente zu stabilisieren. Diese Festigkeit zieht jedoch Kreise. Ein Rücken, der nicht mehr frei schwingen kann, beeinflusst die gesamte Vor- und Hinterhand. Die Schritte werden kürzer, der Gang wirkt weniger flüssig, fast so, als würde der Hund auf Eierschalen laufen.

Schäferhund mit Rückenproblemen.

Das Netzwerk der Faszien und die Fernwirkung

Warum reagiert ein Hund empfindlich am Kopf, wenn er eigentlich ein Problem an der Hinterhand hat? Die Antwort liegt in den Faszien (Dazu morgen mehr). Diese bindegewebigen Strukturen umhüllen jeden Muskel, jeden Knochen und jedes Organ und bilden ein körperweites Netzwerk. Man kann sich das wie einen eng anliegenden Taucheranzug vorstellen. Wenn man an einer Stelle, zum Beispiel am Schienbein, zieht, spürt man die Spannung bis hoch zur Schulter.

Wenn ein Hund im Bereich der Lendenwirbelsäule unter chronischen Spannungen leidet, setzt sich diese Zugspannung über die gesamte Rückenlinie fort. Nicht jede Veränderung im Gesamtzustand hat ihren Ursprung im Verdauungssystem, und nicht jedes komische Verhalten ist emotional begründet. Manchmal liegt die Ursache dort, wo wir am wenigsten hinschauen: im Zusammenspiel von Muskulatur, Gelenken, Faszien und Nervensystem. Ein Hund, der plötzlich Berührungen am Hals unangenehm findet, zeigt uns hier oft nur die Fernwirkung einer ganz anderen Baustelle.

Die neurobiologische CPU-Auslastung

Um zu verstehen, warum körperliches Unbehagen das Verhalten so massiv verändert, hilft ein Blick in die Informatik. Das Gehirn und das Nervensystem funktionieren wie der Prozessor (die CPU) eines Computers. Dieser Prozessor hat eine begrenzte Kapazität, um Aufgaben gleichzeitig zu verarbeiten.

Wenn ein Hund Schmerzen hat oder permanent damit beschäftigt ist, eine körperliche Instabilität auszugleichen, verbraucht dieser Prozess einen riesigen Teil der Rechenleistung. Man nennt das eine hohe CPU-Auslastung. Während ein gesunder Hund vielleicht nur 10 Prozent seiner Rechenkapazität benötigt, um seinen Körper zu verwalten, liegt die CPU-Auslastung bei einem Hund mit Schmerzen bereits im Leerlauf bei 70 oder 80 Prozent.

Das bedeutet, dass für die Außenwelt – für Begegnungen mit anderen Hunden, für das Aushalten von Reizen oder für das Lernen – kaum noch Kapazität übrig ist. Die Zündschnur ist deshalb so kurz, weil das System bereits am Limit läuft. Ein Hund, der scheinbar grundlos reaktiv wird, ist oft einfach ein Hund, dessen interner Prozessor durch körperliches Unbehagen überhitzt ist. Wer sich in seinem eigenen Körper nicht sicher fühlt, reagiert auf die Umwelt zwangsläufig mit mehr Unsicherheit oder Aggression.

Vergleich CPU mit Körperauslastung des Hundes.

Der Blick in das Gesicht

Hunde sind Meister darin, Schmerz zu verbergen, doch das Gesicht lügt selten. Wir können lernen, die feinen Nuancen der Schmerz-Mimik zu erkennen. Achten Sie auf die Stirnpartie: Bilden sich dort kleine Fältchen, die sonst nicht da sind? Wirkt der Blick starr oder nach innen gerichtet, fast so, als würde der Hund ein weit entferntes Geräusch hören? Ein leichtes Zurückziehen der Mundwinkel oder ein festes Gesicht sind oft die einzigen Zeichen, die uns ein Hund gibt, bevor er sich komplett zurückzieht.

Hinweis statt Beweis

Diesen Input zu haben, bedeutet nicht, dass Sie ab morgen eine medizinische Diagnose stellen müssen. Es geht darum, Symptome nicht nur als Krankheitssignale zu verstehen, sondern als Ausdruck von Zuständen. Nicht jedes Symptom verlangt sofort nach einer Lösung, und nicht jede Veränderung ist ein Notfall. Aber jede Veränderung darf ernst genommen werden.

Indem wir diese Zeichen lesen lernen, nehmen wir den Druck raus und reduzieren den Aktionismus. Es schafft Raum für genaues Hinschauen, ohne sofort handeln zu müssen. Nicht alles ist Verhalten, nicht alles ist Futter, und nicht alles, was sich verändert, ist sofort krank. Manches ist einfach der Körper, der arbeitet. Wenn Sie das nächste Mal das Gefühl haben, Ihr Hund sei unartig oder eigensinnig, halten Sie kurz inne und fragen Sie sich: Wie hoch ist wohl gerade seine interne CPU-Auslastung?

Nette Grüße

Birthe Thompson

Angebot. Ich habe da mal eine Frage.
Klick, um zu dem Angebot zu kommen.
Birthe Thompson

Birthe Thompson ist Tierpsychologin, Journalistin, Autorin, Coach und Bloggerin. Jahrelang Mehrhundehalterin, lebt sie heute mit ihrem Mann und derzeit zwei Rüden der Rasse Rhodesian Ridgeback im Norden Deutschlands. Über viele Jahre hat sie sich im aktiven Tierschutz verdient gemacht. Selbst war sie immer wieder Pflegestelle für Tierschutzhunde. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, Hunde einzuschätzen, um Vermittlungsprofile zu erstellen. Birthe Thompson ist Ansprechpartnerin für viele Bereiche zum Thema Hund. Gerade auch, wenn es um Tierschutz geht, brilliert sie durch ihre kompetente Vorgehensweise und ihr Wissen.

Voriger Artikel
Ein Dalmatiner liegt augenscheinlich entspannt in seinem Korb
  • Featured
  • Verhalten

Nicht alles, was auffällt, ist Verhalten

  • 12. Januar 2026
  • Birthe Thompson
Weiterlesen
Sie suchen nach…
Kennst Du mich?
Coaching anfragen
Die Triebe der Hunde
Die Triebe der HundeDie Triebe der Hunde - Was ist das

Dieser Ratgeber soll Ihnen eine kleine Übersicht zu den Trieben der Hunde geben, eine kleine Broschüre, zu der Sie immer mal wieder greifen können. Alles was Sie wissen müssen, unkompliziert zusammengetragen und leicht verständlich

  • Buchbesprechungen
  • Produkttests
  • NOK-Challenge
    • Sie wollen 2017 auch dabei sein?
    • Sponsoren 2017 für die NOK Challenge
    • Das war die NOK Challenge 2016
      • Sponsoren der NOK Challenge 2016
      • Fotos zur NOK Challenge 2016
      • Ein Dankeschön unseren Sponsoren der NOK Challenge 2016
    • Rückblick NOK Challenge 2015
      • Sponsoren der NOK Challenge 2015
      • Fotos NOK Challenge 2015
Wissen-Hund.de
  • Kontakt
  • Impressum
  • Disclaimer & Datenschutz
Hundewissen verständlich

Gib dein Suchwort ein und drücke Enter.